26. Nov 2025

Gut besuchter „Besamer-Tag“ in Sachsen mit spannenden Impulsen aus Praxis und Wissenschaft

Gut besuchter „Besamer-Tag“ in Sachsen mit spannenden Impulsen aus Praxis und Wissenschaft - 1764111600 Bild

Der diesjährige „Besamer-Tag“ in Sachsen war mit rund 80 Besamerinnen und Besamern außerordentlich gut besucht. Zum Auftakt gab es einen Überblick über aktuelle Fakten und Entwicklungen im sächsischen Besamungswesen. MASTERRIND-Bereichsleiter Dr. Martin Wiedemann hob dabei insbesondere den hohen Einsatz von hornlosen Bullen hervor und betonte die dadurch wachsende Bedeutung der Herdentypisierung für eine präzise und wirtschaftliche Anpaarungs-Empfehlung.

Im Hauptreferat präsentierte Dr. Stefan Borchardt (Reproduktions-Spezialist an der FU Berlin) vier zentrale Themenbereiche, die er mit Ergebnissen aus aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen untermauerte und mit praxisnahen Empfehlungen verknüpfte:

  1. Sensor-Technologie und Targeted Reproduction Management
    Dr. Borchardt zeigte auf, wie moderne Sensorsysteme in Herden genutzt werden können, um Brunst, Tiergesundheit und Fruchtbarkeit präziser zu überwachen und reproduktionsrelevante Entscheidungen datenbasiert zu optimieren.
  2. Beef-on-Dairy und gesextes Sperma
    Er ging auf Zuchtstrategien ein, bei denen Milchviehherden gezielt mit Fleischrind (BoD) -Genetik belegt werden. Zudem stellte er Ergebnisse zur Einsatzoptimierung von gesextem Sperma vor, unter anderem im Hinblick auf Konzeptionsraten und Wirtschaftlichkeit.
  3. Ökonomie der Reproduktion
    In diesem Abschnitt wurden wirtschaftliche Effekte unterschiedlicher Reproduktionsstrategien aufgezeigt. Durchgerechnete Modelle verdeutlichten, wie Managemententscheidungen die Rentabilität einer Herde beeinflussen.
  4. High Fertility Cycle
    Dr. Borchardt erläuterte den Ansatz des High Fertility Cycle, der darauf abzielt, Fruchtbarkeit, Tiergesundheit und Managementprozesse zu einem stabilen, sich selbst verstärkenden System zu verbinden.

Besonders wertvoll waren die internationalen Vergleiche, etwa mit Entwicklungen in den USA und UK, die den Teilnehmenden einen Blick über den fachlichen Tellerrand ermöglichten. Alle Vorträge wurden im Anschluss intensiv diskutiert – ein Zeichen für die hohe Praxisrelevanz und das große Interesse an den präsentierten Themen. Im Anschluss konnten sich die sächsischen Besamer und Besamerinnen noch bei einem Abendbrot intensiv austauschen.