05. Dez 2025
Goldene Olga
Milchlandpreis Niedersachsen
Aus der Pressemitteilung der LANDESVEREINIGUNG DER MILCHWIRTSCHAFT NIEDERSACHSEN E.V.
Die Niedersächsische Milchwirtschaft vergibt zum 25. Mal den landesweit ausgeschriebenen Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften und zeichnet die elf besten der rund 7.200 Milcherzeuger mit dem „Milchlandpreis“ aus - Platz 4 und 5 gehen nach Cloppenburg und Lorup.
Der Landesbeauftragter für regionale Entwicklung Weser-Ems, Nikolaus Jansen und Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg ehren Spitzenbetriebe der niedersächsischen Milchwirtschaft:
Oldenburg/Hannover (gmc). Sonja und Jürn Diers aus Oldenburg haben es geschafft: Sie dürfen sich mit ihrem Hof „Bester Milcherzeuger Niedersachsens 2025“ nennen. Das Ehepaar wurde am 28. November 2025 im Rahmen der feierlichen Preisverleihung des 25. Milchlandpreises in Rastede vom Landesbeauftragten für regionale Entwicklung Weser-Ems, Nikolaus Jansen, dem niedersächsischen Landvolk-Vizepräsidenten Frank Kohlenberg sowie den Vorsitzenden der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN), Jan Heusmann und Weert Baack, geehrt.
Der Milchhof Diers erhielt die „Goldene Olga 2025“ und einen Geldpreis in Höhe von 4.000 Euro. Zudem kommt für ein Jahr die lebensgroße, goldene Kuh-Statue zu Gast auf den Hof. Familie Diers bewirtschaftet in der Stadt Oldenburg, inmitten des MASTERRIND-Gebietes, einen 170 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb. Rund 26 Hektar der Flächen sind Ackerland, 144 Hektar werden als Grünland bewirtschaftet. Auf dem Hof werden 320 Milchkühe und 50 weibliche Nachzuchttiere gehalten. Die Herde erbringt eine im landesweiten Vergleich sehr gute Milchleistung mit einem gleitenden Herdendurchschnitt von 11.000 Litern Milch. Die Milch wird an die Molkerei Ammerland eG geliefert. Vorstand und Aufsichtsrat der Molkerei gehörten zu den ersten Gratulanten und freuten sich über die Ehrung des Betriebs.
Der Milchhof Diers setzt moderne Maßstäbe
„Die Entwicklung des Betriebs Diers zeigt eindrucksvoll, was durch eine stetige Weiterentwicklung erreicht werden kann“, so das einstimmige Urteil der Jury. Der Betrieb hat als einer der ersten Betriebe in Deutschland sogenannte Vorzugsmilch direkt ausgeliefert. Diese Direktvermarktung ist bis heute geblieben, maßgeblich für den Erfolg war der Bau einer eigenen Hofmolkerei 2008. Mehr als 5.500 Haushalte sowie Kindergärten, Schulen und Supermärkte in der Region werden mit Produkten beliefert. „Dieser Hof demonstriert, wie modernes Management ausgestaltet werden kann“, lobte ein Gutachter. Umliegende Weideflächen ermöglichen Weidegang im Sommer, gut durchdachte Arbeitsabläufe und -pläne schaffen gute Bedingungen für Mitarbeiter, Tiere und für die Umwelt. Über Hofführungen verschafft der Betrieb rund 1.000 Menschen jährlich authentische Einblicke in den Stall.
LüneHöfe in Echem werden mit „Silberner Olga“ und Klima-Sonderpreis geehrt
Die Betriebsgemeinschaft LüneHöfe in Echem im Landkreis Lüneburg, eine Gemeinschaft von sechs Familien, darf sich doppelt freuen. Der Betrieb erhielt die „Silberne Olga“ für den zweiten Platz und den Niedersächsischen Klima-Sonderpreis für herausragende Aktivitäten im Bereich Klimaschutz.
Die LüneHöfe KG überzeugte die Jury durch besonders hohen Tierwohlstandard und Kuhkomfort und ihren ganzheitlichen Ansatz im Klimaschutz. Seinen niedrigen CO2-Fußabdruck verdankt der Betrieb unter anderem seiner energiesparenden Techniken und seiner modernen, emissionsmindernden Maßnahmen im Stall und auf dem Feld.
Auch in der Nutzung regenerativer Energien ist der Betrieb vorbildlich: Eine Biogasanlage und eine Photovoltaikanlage tragen maßgeblich zur Klimabilanz bei. Die LüneHöfe KG zeigt eindrucksvoll, wie innovative Maßnahmen und nachhaltiges Wirtschaften erfolgreich Hand in Hand gehen.
Die KG wurde mit 2.500 Euro sowie weiteren 1.000 Euro für den Sonderpreis ausgezeichnet.
Doppelter Erfolg in Oldenburg – „Bronzene Olga“ geht nach Hatten-Tweelbäke-Ost
Auch die „Bronzene Olga“ geht in die Region Oldenburg. Die bronzene Kuh-Statue für den dritten Platz darf Familie Lüschen-Strudthoff aus Hatten-Tweelbäke-Ost mit nach Hause nehmen. Karin und Dirk Lüschen-Strudthoff konnten sich mit ihren Kindern bereits zum dritten Mal unter den besten Milcherzeugern Niedersachsens platzieren. Zu ihrem Betrieb gehören 135 Milchkühe und 117 ha landwirtschaftliche Fläche. Die „kuhverliebte“ Familie erhielt für ihren Erfolg ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.
Platz 4 und 5 gehen nach Cloppenburg und Lorup
Den vierten Platz und damit verbunden ein Preisgeld von 1.500 Euro sicherten sich Birgit und Rainer Möller sowie ihre Kinder aus dem Landkreis Cloppenburg.
Doris und Klaus Pohlabeln aus Lorup im Landkreis Emsland erreichten zusammen mit ihren Söhnen den fünften Platz und erhielten ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.
Der Milchlandpreis – ein Unternehmerpreis für Nachhaltigkeit
Die niedersächsische Milchwirtschaft hat heute die besten elf ihrer insgesamt rund 7.200 Milchbauern mit dem „Milchlandpreis 2025“ geehrt. Rund 150 Gäste nahmen an der Preisverleihung teil, die in der Meyerei in Rastede stattfand. Die elf nominierten Betriebe wurden im Rahmen der Veranstaltung jeweils mit einem Video-Hofportrait vorgestellt. Viele Interessierte verfolgten die Preisverleihung per Livestream im Internet.
Die Auszeichnung ist nach Angaben der LVN als „Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften“ konzipiert. Zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise der einzelnen Betriebe prüft ein Gutachterteam nicht nur die Höfe sehr intensiv, sondern insbesondere auch deren Aktivitäten in den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie.
„Ziel ist es, jedes Jahr einen Milcherzeugerbetrieb als Preisträger der Goldenen Olga zu ermitteln und auszuzeichnen, der eine qualitativ hochwertige Rohmilch erzeugt, zudem hervorragend wirtschaftet und sich durch einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit seinen Tieren, der Umwelt und den auf dem Hof arbeitenden Menschen hervorhebt“, so die LVN in der Ausschreibung zum Wettbewerb.
Niedersächsischer Klima-Sonderpreis zum vierten Mal verliehen
In diesem Jahr wurde der Milchlandpreis-Wettbewerb zum vierten Mal um den Niedersächsischen Klima-Sonderpreis für den Betrieb ergänzt, der sich bei der Begutachtung hinsichtlich herausragender Aktivitäten im Bereich Klimaschutz besonders hervorhebt. Zu den Bewertungskriterien gehören der CO2-Fußabdruck, die Nutzung energiesparender Technik sowie die Erzeugung regenerativer Energie.
Hintergrund des Niedersächsischen Klima-Sonderpreises: Die niedersächsische Milchwirtschaft hat im Jahr 2022 die Klimaplattform Milch gestartet. Das Besondere daran ist, dass nahezu alle in Niedersachsen aktiven Molkereien dieses Vorhaben gemeinschaftlich vorantreiben und ihren Milcherzeugern ein einheitliches Tool zur Erfassung des CO2-Fußabdrucks pro Kilogramm Milch zur Verfügung stellen. Damit nimmt Niedersachsen bundesweit eine Vorreiterrolle ein. In nur eineinhalb Jahren haben bereits annähernd 50 Prozent der niedersächsischen Milchkuhbetriebe den CO2-Fußabdruck ihrer Milch erfasst.
Mehr zur Goldenen Olga, inkl. Vorstellunsgvideos der Betriebe finden Sie hier.
Rangliste TOP-11
Die Gewinner
Die Goldene Olga ging an den Milchhof Diers in Oldenburg.
Fotos: Milchland Niedersachen
Die Silberne Olga ging an die LüneHöfe in Echem.
Die Bronzene Olga ging an den Betrieb der Familie Lüschen-Strudthoff in Hatten.