MASTERRIND GmbH

01. Mai 2022

Rodger, der Gesundheits-Spezialist

Mit 10 Jahren moderner denn je

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Die Rede ist vom einzigen Robust-Sohn auf einer europäischen Besamungsstation: Rodger, der am 12. März 2022 seinen 10. Geburtstag hatte. Wie kann es sein, dass ein Bulle in einer Zeit, in der überwiegend genomische Jungbullen eingesetzt werden, so perfekt zu den Bedürfnissen vieler Milcherzeuger passt?

Dafür wollen wir einmal an den Beginn der Geschichte von Rodger gehen. Er entstammt einem Embryonen-Import aus den USA, genauer: vom Betrieb Larson Acres. Dieser Betrieb liegt in Wisconsin und damit im mittleren Westen der USA. Die Familie Larson melkt insgesamt 2.800 Milchkühe und zu ihren erklärten Zielen gehören gesunde, langlebige Kühe, nachhaltiges Wirtschaften und einen Mehrwert für ihre Region zu schaffen. Wenn wir nun einen Blick in das Pedigree von Rodger werfen, ist das Ziel von Larson Acres gesunde, langlebige Kühe zu züchten, sofort zu erkennen.

Funktionalität durch sicheres Exterieur

Rodgers Vater Robust zählt auch heute noch zu den höchsten Nutzungsdauer-Vererbern der Rasse. Als direkter Sohn von Seagull-Bay Oman Mirror VG-86 in der Kombination mit Sher-Est S-Wind Saturday EX-90, über den Vater Socrates, war der Grundstein für die funktionale und langlebige Vererbung von Robust gesetzt. Diese gab er an seinen Sohn Rodger weiter.

Auf der weiblichen Seite von Rodger finden wir viele alte und hoch bewertete Kühe im Pedigree. In der fallenden Linie geht es über Lars-Acres Truffel VG-88, einer Shottele-Tochter, weiter mit einer Rudolph-Tochter EX-91, Mandel EX-90, Gold EX-92, Tony EX-90 auf die Chef III-Tochter Stauffland Glendell Tenille VG-86. Auch aus damaliger Sicht ein eher „älteres“ Pedigree mit viel Exterieur. Insbesondere dieses tief abgesicherte Exterieur machte die Anpaarung mit Robust als sehr funktionalen Bullen sinnvoll.

Es geht in der Zucht nicht immer auf, was sich bei den Anpaarungen gedacht wurde. Doch auf Rodger trifft dies nicht zu. Mit seinem ersten genomischen Zuchtwert konnte er zeigen, dass seine Stärken ganz klar auf den funktionalen Merkmalen liegen. Sein Exterieur war solide und ohne Schwächen aber für die damalige Zeit sicherlich auf einem niedrigeren Niveau als das vieler seiner Altersgenossen. Dies war auch klar im Spermaabsatz der ersten Jahre zu sehen. Er bediente eine Nische für die wenigen Betrieb, die zu der Zeit bereit waren, Kompromisse im Exterieur zugunsten von Gesundheit in Kauf zu nehmen. Darüber hinaus ist er bis heute ein sehr beliebter Bulle in aAa-Betrieben. Sein Code 153624 macht ihn zu etwas Besonderem.

Umdenken zu den Gesundheitszuchtwerten

Schließlich spielte MASTERRIND das große Umdenken in der Zucht hin zur Betonung der Gesundheitszuchtwerte bei der Vermarktung Rodgers in die Hände. Noch wartete Rodger zwar auf seinen töchtergeprüften Zuchtwert, doch die Milchproduktion entwickelte sich mehr und mehr in Richtung Gesundheit, Nutzungsdauer und nicht zuletzt die Erwartung vieler Landwirte, eine kleinere Kuh für ihre Ställe zu bekommen.

In dieser Zeit der Wartehaltung für Rodger, hat auch die Zuchtwertschätzung den Anspruch vieler Betriebe nach Langlebigkeit und Gesundheit aufgegriffen. Es wurden einige neue Merkmale in diesem Bereich eingeführt und auch hier konnte Rodger zeigen, dass er seiner Zeit voraus war. Seine große Stunde schien sich anzubahnen: Bis heute belegt er Spitzen-Platzierungen in diesen Zuchtwerten - und das nicht nur im Vergleich zu seinem Jahrgang! Grade im Hinblick auf Nutzungsdauer, RZN und dem RZ-Gesund muss sich manch ein jüngerer Vererber ganz schön strecken, um an die heutigen Zahlen von Rodger anzuknüpfen.

Auch nach einem Bad in den Strohspänen macht Rodger noch eine gute Figur im Bullenstall.

Uniforme Töchter

Mit Rodgers ersten Töchtern konnte der Bulle vollauf überzeugen und sein Zuchtwert trifft absolut den Zahn der Zeit. Darüber hinaus zeigt er eine sehr uniforme und konstante Vererbung; wer eine Tochter gesehen hat, kennt sie alle. Das macht das Arbeiten mit Rodgers Töchtern unkompliziert. Als junge Kühe sind sie kräftiger, mit viel Stärke in der Vorhand und korrekt gelagerten Becken. Oftmals wird gesagt, sie zeigten keinen Milchtyp, doch das ist nicht korrekt! Die offene Rippenstruktur, die harmonisch langen Hälse und die geschlossene Schulter zeigen im ersten Betrachten mehr Kondition. Doch auf den zweiten Blick zeigen alle gesehenen Töchter sehr korrekte Übergänge und mit steigender Laktationszahl sehr massive und immer schliffiger werdende Nachzuchten. Diese Eigenschaften, in Kombination mit dem sehr funktionellen Exterieur und hier insbesondere die negative Größenvererbung, führte zu einer Verzehnfachung des Spermaabsatzes im ersten Jahr als geprüfter Vererber. Bis heute belegt Rodger im Bereich der Gesundheitsbullen eine Pole Position und kann vielleicht sogar als Gründungs-vater dieser Gruppe an immer wichtig werdenden Vererbern gesehen werden.

Dies ist eine Rodger-Tochter in der 3. Laktation auf dem Betrieb Backhaus, Wedemark. Sie hat eine durchschnittliche Milchleistung von 11.377 Mkg mit 3,88% F und 3,41% E und zeigt Rodgers Vererbungsstärken.

Rodger ist trotz seines höheren Alters von nun mehr zehn Jahren eine absolute Erscheinung und für sein Exterieur mit dem Prädikat „Exzellent“ bewertet. Wir als MASTERRIND freuen uns, neben Beart einen weiteren Jubilar in den Verdener Ställen beheimaten zu dürfen und sind uns sicher, dass auch Rodger weiterhin ein fester Bestandteil auf vielen Besamungskarten sein wird.

In diesem Sinne, Happy Birthday Rodger!

Rodger war seiner Zeit schon früh voraus und verkörpert heute ein ganzes Zuchtziel: Gesundheit und Nutzungsdauer. Fotos: Lenk